Bekenntniszeichen

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Ausstellung "Die Junge Gemeinde in der DDR "

„Bekenntniszeichen"

 Die Junge Gemeinde in der DDR im Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche

Die Junge Gemeinde – ideologischer Streitapfel in der gesamten Republik

An diesen Bereich von Jugendkultur in der SBZ und der DDR soll eine Wanderausstellung erinnern, die das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau e.V. konzipiert hat.

„Wem die Jugend gehört, dem gehört die Zukunft“

Der Jugend in der Sowjetischen Besatzungszone und dann in der Deutschen Demokratischen Republik sollte eine kommunistische Zukunft gehören.

ImageDemnach sollte und musste der atheistischen „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ die kirchliche „Junge Gemeinde“ ein Dorn im Auge sein. Dementsprechend wurde sie verbal, in der Propaganda und im Vollzug von Staat, Partei, Staatssicherheit, Volkspolizei, an Oberschulen und Universitäten bekämpft.

Das begann schon mit der Terminologie: Ein sieben Millimeter großer, versilberter Anstecker am Kragenaufschlag von Jugendlichen, der ein Kreuz auf der Weltkugel symbolisiert, wurde oftmals Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche in der DDR.  „Zwei Wochen Junge-Gemeinde-Rüstzeit machen Jahre atheistischer Erziehung zunichte“, war die Angst der führenden vor der christlichen Beeinflussung junger Leute, die als Eigentum der Partei betrachtet wurden.

Bis hin in die Terminologie wurde das kleine Symbol der Jugend der Evangelischen Kirche bekämpft. Was dort „Bekenntniszeichen“ genannt wurde, nämlich Bekenntnis zu Christus als dem Herrn der Welt, wurde als Infragestellung der Partei-Alleinherrschaft betrachtet. So wurde es in der Presse der SED und der „Freien Deutschen Jugend“ FDJ „Kugelkreuz“ bezeichnet, was die Assoziation von Munition, Gewehrkugeln und Fadenkreuz im Zielfernrohr, von Schießen, wecken sollte.
Die Partei schreckte zeitweise nicht davor zurück, Studium oder Ausbildungen abzubrechen, Biografien von Jugendlichen zu zerstören, die das Bekenntniszeichen öffentlich trugen und die Zusammenkünfte der „Jungen Gemeinde“ besuchten. In Überschriften wie "Die Junge Gemeinde - ein verlängerter Arm der NATO" ihre Zuspitzung und bereitete das Klima für Relegierungen aus der Oberschule, für Verhaftungen von leitenden Mitarbeitern der Jungen Gemeinde und der Evangelischen Studentengemeinde, wie der Leipziger Studentenpfarrer Siegfried Schmutzler, der 1957 wegen „Boykotthetze“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, oder den mysteriösen Verkehrsunfalltod eines evangelischen Jugendwartes in Sachsen vor.

Dessen ungeachtet blieb die kirchliche Jugendarbeit in der DDR von Anfang bis Ende lebendig. Die Junge Gemeinde war und blieb Refugium für viele Jugendliche, wo sie sich mit Gleichgesinnten treffen, offen miteinander reden konnten, wo alternatives Gedankengut, sei es aus der BRD, sei es DDR-intern vermittelt und ausgetauscht wurde, wo Ermutigung erlebt wurde.

Das Beispiel, wie trotz Unterdrückungsstrukturen mit Mut, Zuversicht und Fantasie Toleranz und Bekenntnistreue gelebt wurde,  kann dazu ermuntern und ermutigen, auch heute unter ungleich günstigeren gesellschaftlichen Bedingungen demokratische Werte und bürgerschaftliches Engagement stärken zu helfen, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus entgegenzuwirken.

Die Ausstellung wird neben diesem Hauptthema auch Nebenstränge behandeln, wie den Religionsunterricht an Schulen, die Christenlehre, die Auseinandersetzungen um Konfirmation und Jugendweihe.



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